Keine Autobahn im Süden von Aldingen

lautete der Titel der Informationsveranstaltung, zu der der Remsecker Ornithologe Dr. Rainer Ertel am 7. März ins Haus der Bürger eingeladen hatte. Und obwohl der Veranstalter im Amtsblatt nicht auf seine Veranstaltung hinweisen durfte, kamen über 50 Bürgerinnen und Bürger und staunten nicht schlecht über die vorgetragenen Entwürfe und Fakten.

 

Heimat

Dr. Ertel zeigte in seinem Eingangsvortrag auf, dass durch den geplanten Nord-Ost-Ring die bestehenden Freiflächen (Langes Feld, Schmidener Feld) jeweils geteilt werden und damit die Lebensgrundlage für viele heimische Vogelpopulationen zerstört würde. Das wäre dann auch nicht mehr die Heimat, die wir heute kennen.

 

Verlauf und Betroffenheit

Joseph Michl von der Arge Nord-Ost (www.arge-nord-ost.de) stellte den aktuellen Stand der Vorplanungen und Verkehrsprognosen dar. Die angedachte Trassenführung beginnt bei Kornwestheim, auf Höhe der Hornbergstraße mit einem Autobahndreieck als Anschluss an die B27, im weiteren Verlauf wird dann der Sonnenhof in Aldingen je nach Variante westlich oder östlich umfahren, bevor man zur Anschlussstelle Mühlhausen-Remseck kommt. Dort beginnt dann eine Monsterbrücke über den Neckar und eine satte Steigung die Büchenau hinauf. Weiter über das Schmidener Feld geht es zur Ausfahrt Oeffingen Hegnach und dann zur Westumfahrung Waiblingen zu gelangen. Direkt vom Lärm betroffen wären rund 100.000 Menschen.

Interessant, dass neuerdings die Befürworter mit einer Schimäre um die Ecke kommen: Ein 2-streifiges "Sträßle", verharmlosend Nord-Ost-Umfahrung genannt. Dabei wird völlig ausgeblendet, dass der Bund nur eine autobahnähnliche Straße im Bundesverkehrswegeplan hat und damit auch bezahlen würde.

 

Wertvolle Böden

Dr. Jochen Brust (www.bauern-miteinander.de) ging dann mit einer ganz anderen Sicht an den NO-Ring und stellte den Boden, die Mutter Erde, in den Mittelpunkt seines Vortrages. Wie die Natur Jahrtausende gebraucht hat, einen Boden entstehen zu lassen, der nicht nur für die (Nutz-) Pflanzen sehr wertvoll ist, sondern auch zu den am höchsten besteuerten Ackerböden Deutschlands gehört. Und wie schnell so ein Boden für Jahrtausende unbrauchbar gemacht werden kann durch Straßenbau. Diese, die eigentliche Trasse weit überschreitende Zerstörung erfolgt auch bei einem Tunnelbau und vernichtet zudem die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens bei Starkregen.

 

Diskussion

Auch nach der intensiven Frage- und Diskussionsrunde blieb großes Unverständnis, warum die Befürworter des Nord-Ost-Ringes trotz der massiven, negativen Auswirkungen für die Bevölkerung in Remseck, vor allem in Aldingen, unbedingt den Nord-Ost-Ring bauen wollen, der kein einziges Verkehrsproblem in Remseck löst und nur überregionalen Verkehr anzieht. Die aktuell im Rahmen der Planung für die Westrandbrücke erstellten Verkehrsprognosen zeigen ja deutlich, dass selbst der Bau des NO-Ringes den heutigen Verkehr auf der alten Neckarbrücke lässt. Der Nord-Ost-Ring ist schlecht für Mensch, Natur und Klima!