Grüne OV Remseck

Wasserversorgung in Remseck

Aus unseren Wasserhähnen läuft entweder Bodenseewasser oder Donauwasser – je nach Stadtteil bzw. Straßenzug (nachzulesen auf der städtischen Homepage). Dank der Aufbereitung in den Wasserwerken sind beide von bester Qualität.

Die Stadt ist Mitglied in beiden Zweckverbänden, die jeweils einmal im Jahr eine Verbandsversammlung abhalten. Ende Oktober tagte die Versammlung des Zweckverbands Landeswasserversorgung in Heidenheim. Kämmerer Herr Heberle und drei Ratsmitglieder, unter ihnen Monika Voggesberger (Grüne), bildeten die Remsecker „Delegation“.

 

Grundwasserschutz

Als Grüne interessierten uns zwei Aspekte besonders: Wie sah es 2018 mit dem Grundwasserschutz aus und wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wassergewinnung aus? Als trauriger Dauerbrenner entpuppt sich das Thema Nitrat: Die Nitratkonzentrationen der Fassungen im Donauried steigen stetig an. An einer Fassung wurde der Grenzwert überschritten und eines der Einzugsgebiete wurde zum Problemgebiet hochgestuft. Schuld ist die völlig unzureichende Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie in Deutschland, was an der mangelhaften Düngeverordnung liegt (EuGH-Urteil vom 21.07.2018). Während der Stickstoffeintrag durch die Landwirtschaft höchstens 50 kg/ha betragen sollte, damit der Grenzwert von 50 mg Nitrat/l Grundwassser nicht überschritten wird, beträgt er im deutschen Schnitt fast das Doppelte (97 kg/ha). Als Gegenmaßnahmen fordert die Landeswasserversorgung u.a. eine wirkungsvolle Kontrolle des landwirtschaftlichen Fachrechts und eine Förderung des ökologischen Landbaus. Stiege der Anteil der Ökobetriebe auf ein Drittel, so könne laut Verbandsvorsitzendem Jürgen Zieger (OB Esslingen) der Grenzwert eingehalten werden. Aktuell werden im Kreis Heidenheim 11 % der Fläche ökologisch bewirtschaftet. Dies soll sich ändern, denn seit Anfang des Jahres ist Heidenheim mit einigen angrenzenden Kommunen Biomusterregion geworden. Nicht zuletzt wegen der Vernetzung mit dem Gewässerschutz.

 

Eine weitere kritische Stoffgruppe sind Pflanzenschutzmittel, von denen aktuell 14 den Grenzwert im Grundwasser überschreiten, darunter Glyphosphat mit einem 7fach erhöhten Wert. Sie müssen aufwändig herausgefiltert werden. Der Zweckverband möchte deshalb vom Land wissen, wie viele Pestizide wo versprüht werden und droht mit einer Klage zur Herausgabe der Daten.

 

Klimawandel

Die positive Nachricht ist: Die Niederschläge des vergangenen Winters reichten aus, um den Grundwasserspeicher aufzufüllen. Die Verbrauchsspitzen im diesjährigen trockenen Sommer konnten durch intelligentes Entnahmemanagement abgedeckt werden. Dennoch appelliert der Verbandsvorsitzende Zieger an das Land, einen Masterplan zu erstellen. Es brauche eine umfassende Strukturanalyse zur Wasserversorgung in Baden-Württemberg.

 

Für uns Remsecker WasserverbraucherInnen heißt das: Unser Trinkwasser ist sauber und läuft auch weiterhin in ausreichender Menge aus dem Hahn. Durch den Kauf regionaler, biologisch erzeugter Nahrungsmittel helfen wir mit, das Grundwasser sauber zu halten. Sonst wird es irgendwann um Einiges teurer!