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Eine Stadt macht blau

Eine Stadt macht blau, so lauten Buchtitel und Konzept des Oberbürgermeisters der Stadt Tübingen, Boris Palmer. Seit 2007 ist er jüngster „Grüner“ OB im Land. Sein Ziel: Tübingen soll bis zum Jahr 2020 70 % seiner CO2-Emissionen einsparen. „Blau“ bezieht sich auf Infrarotaufnahmen von Gebäuden, bei denen die Farbe blau keinen oder geringen Wärmeverlust anzeigt.

 

Unrealistisch? Nein, ganz im Gegenteil: lesenswert und bodenständig real. Palmer konzentriert sich auf das, was geht, was direkt vor Ort mach- und verwirklichbar ist. Palmer ist klar, dass eine Stadt nicht die Welt retten kann. Der CO2 Ausstoß kann nur dann gesenkt werden, wenn alle sich beteiligen.

 

Eine Stadt macht blau, 

 

so lauten Buchtitel und Konzept des Oberbürgermeisters der Stadt Tübingen, Boris Palmer. Seit 2007 ist er jüngster „Grüner“ OB im Land. Sein Ziel: Tübingen soll bis zum Jahr 2020 70 % seiner CO2-Emissionen einsparen. „Blau“ bezieht sich auf Infrarotaufnahmen von Gebäuden,  bei denen die Farbe blau keinen oder geringen Wärmeverlust anzeigt. 

 

Unrealistisch? Nein, ganz im Gegenteil: lesenswert und bodenständig real. Palmer  konzentriert sich auf das, was geht, was direkt vor Ort mach- und verwirklichbar ist.

 

Palmer ist klar, dass eine Stadt nicht die Welt retten kann. Der CO2 Ausstoß kann nur dann gesenkt werden, wenn alle sich beteiligen, wenn umweltfreundliches Verhalten eine ganze Stadtgesellschaft erfasst. Drei Bereiche sind es, auf die er sich konzentriert: Gebäude,Verkehr, Strom sparen.

 

Dabei scheut er auch nicht vor populären Maßnahmen zurück:

Allen bekannt: der Umstieg auf den Hybrid Dienstwagen von Toyota, mit dem Palmer nicht nur sich selbst CO2 arm fortbewegte, sondern vor allem die öffentliche Diskussion in Gang brachte. Vorbild für Remseck?

 

Die Einführung von gut ausgelasteten Nachtbussen, die Schulung von Mitarbeitern im spritsparenden Fahren (Stichwort: 10- 20% Rabatt an jeder Tankstelle!),  der Ausbau der öffentlichen Radwege, ein verbessertes Tarifsystem für die Stadtbusse - an Samstagen sind mit Personalausweis als Anreiz kostenlose Fahrten möglich -  Stellplätze für Carsharing-Autos…. Alles nur in Tübingen machbar?

 

Wesentlich ist Palmer die energetische Sanierung öffentlicher und privater Gebäude.

In Tübingen befinden sich rund 1000 Wohnungen in städtischem Besitz.  

Palmer steigerte die Sanierung der städtischen Gebäude um das vierfache.

Interessante Zahlen: ein Haus der 70er Jahre benötigt ca. 20 l Heizöl pro m². Bauweise 2009 sind es nur noch 6 l. Investieren lohnt sich also, allerdings langfristig.

 

Palmer will einen „ökologischen Mietspiegel“ einführen. Zusätzlich zum Alter des Gebäudes gehen dann auch die Energieverbrauchsdaten ein. Zumindest ein Anreiz zur energetischen Sanierung?  

 

Stadtwerke in Tübingen investieren in neue Wasserkraft- und Blockheizkraftwerke. Sie verringern hier schrittweise, aber dauerhaft die CO2 Belastung.

 

Auch Kleinvieh macht Mist: In der öffentlichen Verwaltung wird „Standby“-Modus abgeschafft. Steckerleisten helfen, Geräte auch wirklich auszuschalten….Glühbirnen hat Palmer selbst herausgedreht und durch Energiesparlampen ersetzt.

 

Ganz konkret und pfiffig: die Stadt „verkauft“ Bürgern neue stromsparende Kühlgeräte. Die Geräte werden sehr günstig an die Bürger abgegeben. Die Stromrechnung bleibt gleich hoch. Durch den geringeren Stromverbrauch finanzieren Bürger ihre neuen Kühlschränke….

 

Zwei neugestaltete Stadtteile in Tübingen das „Französische Viertel“ und „Loretto“ sind so organisiert, dass Wohnen, Arbeiten und Einkaufen nah beieinander liegen. Das ganze Quartier ist jeweils eine Halteverbotszone. Autos müssen in Quartiersgaragen am Rande des Viertels abgestellt werden. Die Grundstücke werden nicht an große Bauträger verkauft, sondern an Baugemeinschaften. So leben auf rund 10 Hektar 2000 Menschen, 800 haben ihren Arbeitsplatz dort.

 

Palmer schildert auch realistisch und humorvoll, wie manches nicht oder langsamer als gedacht geht. Derzeit in der Diskussion: sein elektrisches Dienstfahrrad…. Die Beteiligung der Stadtwerke Tübingen am Neubau eines Braunkohlekraftwerks…

 

Wichtig für unsere Arbeit im Gemeinderat und für die Stadt jedoch:

Wir können besonders in der jetzigen Finanzkrise beklagen, was nicht geht.

Wir können beklagen, dass wir sowieso nichts ändern können.

Wir können aber auch überlegen, auf welche Ziele wir uns konzentrieren und was wir umsetzen wollen und uns zum gemeinsamen Handeln motivieren und verpflichten.

Dann gibt es keine Diskussionen mehr darüber, dass  Emissionshandel von CO2 in der jetzigen Form nicht zielführend ist,  dass Fair Trade Produkte „schwierig“ zu vermitteln sind, sondern es ist dann  auch „schick“ , „trendy“ und „ansteckend“ sich ökologisch zu verhalten.

 

Wo und wie bekommen Sie das Buch?

Die Grüne Fraktion verleiht  Exemplare dieses Buches. Bitte schreiben Sie uns eine Mail oder einen  Brief an Fraktion Grüne, Rathaus Remseck, 71686 Remseck oder per Mail: gruene-fuer-remseck@gmx.de oder jtfinckh3@aol.com.

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