Die Westrandbrücke: Eine große Chance für unsere Stadt!

Auf unseren Straßen fahren in den Hauptverkehrszeiten zu viele Autos und LKW's. Deshalb haben wir zu viele Staus auf den Straßen im Umkreis der Neckarbrücke zwischen Neckarrems und Neckargröningen. Wir Grünen wollen weniger Verkehr in Remseck und damit weniger oder gar keine Staus. Das ist unser Ziel!

Die Westrandbrücke wird einen besseren Verkehrsfluss erlauben als die jetzige Neckarbrücke, weil die Knotenpunkte, also die Anschlüsse der Straßen an die Westrandbrücke im Gegensatz zur jetzigen Situation entzerrt sind und nicht so eng beieinander liegen wie bei der jetzigen Brücke. Dadurch können in der gleichen Zeit mehr Fahrzeuge die Brücke queren als auf der jetzigen Brücke. Das ermöglicht dann die Qualitätsstufe D für den Verkehrsfluss, also in Schulnoten ausgedrückt eine 4 oder ausreichend, statt F, in Schulnoten ausgedrückt eine 6 oder unbefriedigend für die jetzige Brücke. Das wäre ein Fortschritt! Außerdem erhoffen wir uns, dass die Westrandbrücke den Schleichverkehr aus den Ortsteilen herausbringen kann.  

 

Was ist die Alternative zur Westrandbrücke?

Die Alternative ist alles so lassen wie bisher. Wir machen weiter so wie seit 1953. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die im Krieg zerstörte Neckarbrücke wiederaufgebaut und 1953 eingeweiht. Seither, seit 66 Jahren, wurde in Remseck keine einzige Brücke mehr für Autos oder LKW’s gebaut mit der Folge, dass die Brücke irgendwann überlastet war durch den laufend zunehmenden Verkehr und wir in den Hauptverkehrszeiten die Staus haben, die wir alle kennen und zu Recht nicht wollen.

Wenn man aber alles so lässt und nichts ändert, dann wird der Verkehr noch weiter zunehmen und wir werden noch mehr Staus bekommen. Das ist dann der Planfall Null der Verkehrsprognose, der uns statt der heute 32 000 Kfz auf der Neckarbrücke für das Jahr 2030 39 000 Kfz/Tag vorhersagt, also 7000 oder 22 % mehr als jetzt. Diese Verkehrsmenge kommt sozusagen automatisch, wenn wir nichts ändern.  

Wenn wir die Westrandbrücke nicht bauen und alles so lassen wie es ist, dann wird irgendwann die Sanierung der Neckarbrücke kommen. Bei einer solchen Sanierung und der dann bis dahin gestiegenen Verkehrsmenge dürfte die Brücke voraussichtlich nicht nur saniert, sondern auch verbreitert werden um einen besseren Verkehrsfluss mit weniger Staus als heute hinzubekommen. Da käme dann voraussichtlich eine 4-spurige, im schlimmsten Fall gar eine 6-spurige Brücke heraus, weil wegen der Lage der Brücke die Knotenpunkte nicht so entzerrt werden können wie bei der Westrandbrücke. Das wäre dann eine wirkliche Monsterbrücke. Wir wollen die aber nicht! Das kann doch nicht unser Ziel sein! Damit diese Situation nicht eintritt, brauchen wir die Westrandbrücke.  

Durch die Finanzierungszusage des Landes ist die Westrandbrücke zum Greifen nahe. So weit waren wir noch nie! Bisher wurde immer nur gejammert und der Nord-Ost-Ring als die Lösung all unserer Verkehrsprobleme gepriesen. Aber konkret passiert oder gar gebaut wurde nichts. Auch von denen nicht, die in der Vergangenheit jahre- und jahrzehntelang die Regierung in Bund und Land stellten, nämlich CDU und FDP. Wir hatten mal einen Bundesverkehrsminister Mathias Wissmann von der CDU. Der war nicht nur Verkehrsminister, sondern auch der für unseren Bundestagswahlkreis zuständige Abgeordnete. Der hat uns in Remseck auch keine Entlastung vom Verkehr gebracht! Im Gegenteil, der Verkehr hat immer nur zugenommen und damit auch die Staus.  

Dass jetzt ausgerechnet durch die Zusage des grünen Verkehrsministers Winfried Hermann für die Westrandbrücke der jahrzehntelange Stillstand in Sachen Neckarbrücke durchbrochen wird, dass passt so manchem nicht ins Weltbild. Wir Grüne sind froh, dass die Stadt mit dem Land übereingekommen ist, dass sich das Land mit 75 % an der Finanzierung der Westrandbrücke beteiligt.  

Wir Grüne sind für die Westrandbrücke, weil sie zum einen durch die Entzerrung der Knotenpunkte einen besseren Verkehrsfluss bringen kann, zum anderen, weil sie eine attraktive Neue Mitte ermöglicht. Die Westrandbrücke ist für uns die verkehrliche Voraussetzung der Neuen Mitte. Da beide Seiten einen Vorteil von der Westrandbrücke haben- Land und Stadt – ist für uns die Finanzierungsaufteilung 75 % Land, 25 % Stadt, okay.  

 

Bürgerentscheid

Westrandbrücke ja oder nein, das ist eine ganz wichtige Frage für die Zukunft von Remseck. Daher begrüßen wir es, dass die Verwaltung im Beschlussvorschlag auch vorsieht, über diese Frage die Bürgerinnen und Bürger abstimmen zu lassen. Wir denken, es gibt genügend Argumente für die Westrandbrücke und unsere Aufgabe wird es sein, die Bürgerinnen und Bürger davon zu überzeugen, dass die Westrandbrücke eine große Chance für Remseck ist, eine städtebauliche Chance und auch eine Chance aus rein verkehrlicher Sicht. Diese Chance sollten wir nutzen.

 

Verkehrszahlen

Wenn sich brückenmäßig gar nichts ändert, dann fahren laut Verkehrsprognose im Jahr 2030 mitten durch unsere Neue Mitte jeden Tag 39 000 KfZ. Das macht aus unserer Sicht keinen Sinn, es wäre unvernünftig. Deshalb brauchen wir die Westrandbrücke. Der Verkehr fließt dann nicht mehr mitten durch die Neue Mitte, sondern an deren westlichem Rand – deshalb heißt sie ja auch Westrandbrücke -  und er fließt flüssiger als jetzt.  

Es ist aus unserer Sicht nicht hilfreich jetzt Maximalforderungen zu stellen wie z.B. Westrandbrücke nur, wenn auch der Nord-Ost-Ring gebaut wird. Wir meinen, es ist keine realistische Politik die Zusage für eine Westrandbrücke von einer Garantie für den Bau des Nord-Ost-Rings abhängig zu machen. Diese Garantie wird niemand geben, u.a. auch, weil der Nord-Ost-Ring in der Region umstritten ist. Fellbach, Kornwestheim und Stuttgart wollen keinen Nord-Ost-Ring. Und allein deshalb wird der auch nie kommen. Warum soll eine Regierung, in der es wesentlich mehr Anträge als vorhandene Mittel für Straßenbauten gibt, die knappen Gelder für ein stark umstrittenes Projekt wie den Nord-Ost-Ring ausgeben? Jede Regierung gibt doch das Geld doch lieber für Projekte aus, bei denen sie von allen Beifall bekommt.  

Wir Grüne fühlen uns im Übrigen durch die erhobenen und prognostizierten Verkehrszahlen in unserer Ablehnung des Nord-Ost-Rings bestätigt. Wenn der Nord-Ost-Ring nicht gebaut wird, fahren nach dem Planfall 1 40 000 KfZ auf der Westrandbrücke. Wenn er gebaut wird, das ist der Planfall 2, 31 000 KFZ, also gerade mal 9000 KfZ weniger!Ist das die große Verkehrsentlastung? Ist das das Remseck ohne Verkehr in der Mitte unserer Stadt, das wir alle so gerne hätten und das uns die Nord-Ring-Befürworter bisher immer versprochen haben und trotz der aktuellen Verkehrsprognose immer noch versprechen? Nein, das ist eben nicht die große Entlastung, der Verkehr wird leider bleiben. Die Verkehrsprognose sagt eindeutig, dass wir im Jahr 2030 auch bei einem Nord-Ost-Ring so viel Verkehr auf der jetzigen Neckarbrücke hätten wie aktuell.

Nach dieser neuen Verkehrsprognose ist klar: Der Nord-Ost-Ring würde nicht nur viel zusätzlichen Verkehr am westlichen Rand von Aldingen bringen, sondern er würde in der Mitte von Remseck keine Entlastung gegenüber der jetzigen Situation bringen. 32 000 KfZ fahren jetzt täglich über die Neckarbrücke und 31 000 KfZ wären es auch im Jahr 2030 auf der Westrandbrücke, wenn der Nord-Ost-Ring gebaut wäre.  

 

Nord-Ost-Ring würde Verkehrsmenge verdreifachen

Für den Nord-Ring selber werden in verschiedenen Szenarien bis zu 70 000 KfZ auf seiner Neckarbrücke beim Hornbach prognostiziert. Damit würden dann auf den beiden Neckarbrücken zusammen (Nord-Ost-Ring-Brücke im Südwesten von Aldingen + Westrandbrücke im Osten von Aldingen) 70 000 + 31 000 KfZ, also über 100 000 KfZ täglich den Neckar statt bisher 32 000 queren! 100 000 KfZ statt 32 000 KfZ! Das wäre eine Verdreifachung der Verkehrsmenge! Dabei wollen wir doch weniger Verkehr! Wollen wir wirklich wegen 9000 weniger Fahrzeugen auf der Westrandbrücke 70 000 zusätzliche Fahrzeuge am westlichen Rand von Aldingen? Diese Brücke würde man in Aldingen, übrigens auch am Schlossberg, nicht nur sehen, sondern vor allem auch hören. Ist das gut für Aldingen, ist das gut für Remseck? Wir Grünen meinen nein.  

 

Fazit

Ich komme zum Schluss. Die Westrandbrücke ist eine einmalige Chance für Remseck. Diese Chance sollten wir nutzen. Wir schlagen mit dem Bau der Westrandbrücke gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Wir bekommen einen besseren Verkehrsfluss über den Neckar und zusätzlich eine attraktive Neue Mitte. Nur mit der Westrandbrücke macht eine Neue Mitte Sinn. Wir wollen die Neue Mitte und wir sehen in ihr große und attraktive Möglichkeiten für ein gutes und schönes Leben in Remseck. Die Berliner Mauer ist gefallen, wir finden die Neckargröninger Mauer sollte auch fallen und Neckargröningen für die Neue Mitte öffnen. Wenn wir die Westrandbrücke bauen, und die jetzige Brücke nur noch für Fußgänger, Radfahrer, motorisierten Anliegerverkehr und für den ÖPNV nutzen, am besten mit einer Stadtbahn von Ludwigsburg bis Waiblingen und einem zentralen ÖPNV-Bahnhof in Remsecks Neuer Mitte, dann werden wir eine attraktive Stadt haben, in der die Menschen gerne und gut leben!