Es fehlen KiTa-Plätze

In der letzten Sitzung des alten Gemeinderats Ende Juli stellte die Verwaltung die Kindertagesstättenbedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2019/2020 vor. Ein Ergebnis ist, dass KiTa-Plätze fehlen.

Platzdefizite:

  • Bei den Unter 3-Jährigen (U 3) fehlen 51 Plätze
  • Bei den Über 3-Jährigen fehlen 24 Plätze

U 3 Bereich

Bei den U 3 wird von einer Bedarfsquote von 40 % ausgegangen, d.h. die Verwaltung geht davon aus, dass 40 % der Eltern mit Kindern unter 3 Jahren einen U 3-Platz wollen. Der errechnete Bedarf im U 3-Bereich beträgt 248 Plätze (jeweils 124 Plätze Ganztagsbetreuung (Gt, 7,5 bis 10 zusammenhängende Stunden täglich) und Verlängerte Öffnungszeiten (VÖ, 6 zusammenhängende Stunden täglich, also über die Mittagszeit). Angeboten werden von der Stadt 197 Plätze, so dass sich das Platzdefizit von 51 Plätzen ergibt.

Ü 3-Bereich

Im Ü 3-Bereich besteht ein Bedarf an 738 Plätzen (406 Plätze bei VÖ, 258 bei Gt und 74 Plätze in der Regelbetreuung), vorhanden sind 714, also fehlen 24 Plätze.

Einschätzung

Manche Zahlen in der Bedarfsplanung sind schwer nachvollziehbar, besonders dann, wenn der Bedarf mit 74 Plätzen angegeben wird, dafür aber 0 Plätze zur Verfügung stehen (Regelbetreuung bei Ü 3) oder der Bedarf mit 0 Plätzen angegeben wird und die Anzahl der vorhandenen Plätze mit 30 (Halbtagsbetreuung U 3).

Wir gehen allerdings davon aus, dass die Zahlen in der Summe über alle Stadtteile und Angebotsformen hinweg stimmen. Insgesamt stellt die Stadt 986 KiTa-Plätze (U 3 + Ü 3) zur Verfügung, es fehlen damit 75 Plätze, also 7,6 %. Wenn man dann bedenkt, dass der Neubau der Kita in Aldingen noch einige Jahre dauern wird und ansonsten keine größeren Investitionsvorhaben vorgesehen sind, ist absehbar, dass die Platzdefizite auch in den nächsten Jahren bestehen bleiben. Das ist unbefriedigend!

Verschärfung durch geplante Änderung der Stichtagsregelung

Mit der von Kultusministerin Eisenmann geplanten Vorverlegung des Einschulungsstichtags ab dem Schuljahr 2020/21 vom 30. September auf den 30. Juni, werden viele Kinder später schulpflichtig und bleiben dürften länger in der Kita bleiben. Dieser Umstand ist in den Zahlen der Kindertagesstättenbedarfsplanung noch nicht berücksichtigt. Rein rechnerisch ist ein Viertel eines Jahrgangs betroffen, d.h. ab dem Schuljahr 2020/21 werden nur noch diejenigen Kinder schulpflichtig, die bis zum 30. Juni sechs Jahre alt geworden sind. Kinder, die erst bis zum 30. September sechs werden, können in die Schule, müssen aber nicht. Das dürfte das Problem des Platzdefizits verschärfen. Die Antwort auf die Frage, wie die Verwaltung auf diese Herausforderung reagieren will, blieb sie in der Gemeinderatssitzung schuldig. Das Thema wird uns noch intensiv beschäftigen.