Volksbegehren „Rettet die Bienen“ startet am 24. September 2019

35.865 Baden-Württemberger Bürgerinnen und Bürger unterstützten bis zum 26.07.19 das Volksbegehren "Rettet die Bienen", so dass jetzt der Weg frei ist, für das erste landesweite Volksbegehren. Ab dem 24.09.2019 kann man das Volksbegehren mit seiner Unterschrift unterstützen.

Wenn dieses Begehren mindestens 770.000 Unterschriften erreicht, muss der Landtag den Gesetzentwurf unverändert annehmen, andernfalls käme es dann zu einem Volksentscheid.

Worum geht es denn in diesem Volksbegehren und wer steckt dahinter?

Das Trägerbündnis (bestehend u.a. aus ProBiene, BUND, NABU, Demeter, Naturland) möchte unter anderem eine

  • Reduktion der Pestizide bis zum Jahr 2025,
  • einen Ausbau der ökologischen Landwirtschaft auf 50 % Flächenanteil bis zum Jahr 2035 sowie
  • ein Pestizidverbot in allen Naturschutzgebieten.


Es geht also um mehr, als nur um die Rettung der Biene. Bienen, egal ob Wildbienen oder Honigbienen sind mehr als unabdingbar für die Bestäubung von vielen unserer Pflanzen. Es geht darum die Lebensgrundlage vieler Pflanzen, Insekten, Kleintiere und auch letztendlich von uns Menschen zu verbessern und zu sichern. Wenn dieses Volksbegehren käme, wäre dies ein Meilenstein für den Kampf gegen das derzeitige gravierende Artensterben.

Seit ein paar Jahren kann man fast wöchentlich aktuelle Zahlen über das Aussterben von Pflanzen und Tieren in den Medien erfahren. So sind laut einem Spiegelbericht vom 01.09.2017 fast 2/3 der natürlichen Lebensräume in Gefahr. Um rund 80 Prozent ist die Biomasse der Fluginsekten mancherorts in Deutschland zurückgegangen und rund 40 Prozent der Tagfalter sind bedroht, ein Drittel der Ackerwildkräuter sind rar und knapp drei von vier Vogelarten der offenen Landschaft sind gefährdet oder bereits ausgestorben.

Ein Bericht im Focus vom 03.09.19 beschreibt den Verlust von Nahrung als einen der Hauptgründe des Rückgangs der Vögel am Bodensee . Es wird dort ein Rückgang von 75 % der Fluginsekten fressenden und ein Rückgang von 57 Prozent der Landwirbellose fressenden Vogelarten beziffert. Ein weiterer Punkt seien die fehlenden Lebensräume und Brutplätze, die durch den Städtebau und die intensive Landwirtschaft immer geringer werden.

Wenn man jetzt vermutet, der Bodensee sei weit entfernt und bei uns vor der Tür sähe es besser aus: Leider nein! Man denke nur daran. wie oft man noch vor 20 Jahren die Frontscheibe des Autos von Insektenresten befreien musste und wie selten man das heutzutage noch macht. Das Volksbegehren ist ein guter Schritt um einen wirksamen Artenschutz für ganz Baden-Württemberg umzusetzen. Deshalb machen Sie mit beim Volksbegehren!

Weitere Informationen sind unter www.volksbegehren-artenschutz.de zu finden.